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RegioStadtBahn (RSB) Planungsbereich John-F.-Kennedy-Platz/Auguststraße/Stobenstraße


Stadt Braunschweig, FB Tiefbau und Verkehr 10728/06 21. Dez. 06: Beschlussvorschlag

RegioStadtBahn (RSB) im Großraum Braunschweig Planungsbereich John-F.-Kennedy-Platz/Auguststraße/Stobenstraße Grundsatzbeschluss und Einleitung des Planfeststellungsverfahrens

"Der Planung des John-F.-Kennedy-Platzes, der Auguststraße und der Stobenstraße wird grundsätzlich zugestimmt. Die Braunschweiger Verkehrs-AG wird gebeten, zeitnah das Planfeststellungsverfahren für den Planungsabschnitt John-F.-Kennedy-Platz/Auguststraße/Stobenstraße einzuleiten."

[...]

2. Beschlusslage

Für den Planungsbereich John-F.-Kennedy-Platz und Stobenstraße hat der Rat in seiner Sitzung am 4. Juli 2000 auf Basis einer Beschlussvorlage der Verwaltung den nachfolgenden Beschluss gefasst:

  1. Der weiteren Ausplanung der RegioStadtBahn im Bereich John-F.-Kennedy-Platz wird die Gleislage betreffend die in der Variante B dargestellte Planung grundsätzlich zu Grunde gelegt.
  2. Der weiteren Ausplanung der RegioStadtBahn im Bereich Ägidienmarkt/Bohlweg wird die Forderung nach Schaffung von ausreichend dimensionierten Aufstellflächen beidseits der Gleistrasse zur Überquerbarkeit des Ägidienmarkts und des Bohlwegs im Bereich des Schlossparks grundsätzlich zu Grunde gelegt.
  3. Der weiteren Ausplanung der RegioStadtBahn im Bereich Hamburger Straße wird die Planungsvariante Synthese zu Grunde gelegt.
  4. Mit der Gleisanlagenplanung wird keinerlei Planungsentscheidung für eine spätere Bebauung oder IV-Verkehrsführung getroffen.
  5. Alle konkreten Einzelplanungen sind dem Rat über den Ausschüsse rechtzeitig zur Beschlussfassung vorzulegen.

Am 19.12.2006 hat der Rat der Stadt Braunschweig den nachfolgenden Beschluss gefasst: Die Planungen der einzelnen Planungsabschnitte der RegioStadtBahn werden dem Verwaltungsausschuss über die Stadtbezirksräte und Fachausschüsse rechtzeitig zur Entscheidung vorgelegt.

3. Planungsstand

Basierend auf dem oben zitierten Ratsbeschluss hat die Verwaltung in enger Abstimmung mit der Braunschweiger Verkehrs-AG und dem Zweckverband Großraum Braunschweig unter Beauftragung mehrerer Ingenieurbüros die schwierige Aufgabe Umplanung des John-F.-Kennedy-Platzes und der Stobenstraße weiter vorangetrieben. Hierbei war eine Vielzahl von Aspekten zu berücksichtigen:

  • Ertüchtigung des John-F.-Kennedy-Platzes und der Stobenstraße für die RSB (Haltestellen in einer Länge von 75 m und Einbau eines 3-Schienen-Gleises auf ganzer Länge),
  • Sicherstellung eines leistungsfähigen Betriebs für Stadtbahn/RegioStadtBahn im Planungsbereich,
  • Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der geplanten Anlagen für den MIV,
  • Verbesserung der Querbarkeit der Stobenstraße für Fußgänger im Bereich Ägidienmarkt,
  • Optimierung der Anlagen für Fußgänger und Radfahrer im Planungsbereich,
  • Sicherstellung der Verknüpfungsfunktion des John-F.-Kennedy-Platzes zwischen Stadtbahn/Regio-StadtBahn und Bus,
  • grundsätzliche Überlegungen zur Finanzierung des Umbaus

3.1 Variante bestandsnaher Umbau des John-F.-Kennedy-Platzes
Aufgrund einer Forderung des Zuwendungsgebers musste im Rahmen einer Planung die Realisierbarkeit eines sehr bestandsnahen Umbaus des John-F.-Kennedy-Platzes untersucht werden. Aus nachvollziehbarer Sicht des Fördergebers sollte untersucht werden, ob der Neubau einer Gleisanlage in der Relation Kurt-Schumacher-Straße/Stobenstraße in RSBgerechter Weise zu einer zufrieden stellenden Lösung für die RSB führt. Dieser bestandsnahe Umbau des John-F.-Kennedy-Platzes, der dem Auftrag des Rates nicht entspricht, musste jedoch trotzdem verkehrstechnisch im Detail untersucht werden. Das beauftragte Büro Prof. Wermuth Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung, WVI, stellt im abschließenden Untersuchungsbericht Folgendes fest:

“Das zu Grunde gelegte LSA-Programm gewährleistet, dass die zusätzlichen RegioStadtBahnen ebenso wie die Stadtbahnen abgewickelt werden können. Die RSB muss dabei den John-F.-Kennedy-Platz in einer Phase queren, da die Aufstelllängen im engeren Bereich des Knotens für einen zweiphasigen Ablauf (wie heute) nicht ausreichend sind. Erhebliche Probleme in der Verkehrsabwicklung treten dann auf, wenn die Gleise durch Linksabbieger von der Wolfenbütteler Straße in Richtung Lessingplatz überstaut sind. Aufgrund der langen RSB-Fahrzeuge kann dann weder der Kfz-Verkehr noch die RSB abfließen. Die Leistungsfähigkeit des John-F.-Kennedy-Platzes für den Kfz-Verkehr nimmt in der bestandsnahen Variante weiter ab; es entstehen zusätzliche Reiseverlustzeiten von dem Mittel 60 sec/Fahrzeug. Die stärksten Verlustzeiten treten wie heute auf dem Augusttorwall auf; in Spitzenzeiten bilden sich dabei Rückstaus bis zum Lessingplatz. Die Auguststraße und die Wolfenbütteler Straße sind ebenfalls überlastet, wobei die ankommenden Fahrzeuge teilweise im zweiten oder dritten Umlauf abgewickelt werden können. Erhebliche Wartezeiten entstehen für die Rechtsabbieger auf der Auguststraße in Richtung Lessingplatz. Hier können zeitweise Rückstaus bis zum Ägidienmarkt und darüber hinaus mit Längen von 250 bis 300 m auftreten.“

Auf Basis dieser Untersuchungen wurde dem Zuwendungsgeber vorgetragen, dass ein bestandsnaher Ausbau des John-F.-Kennedy-Platzes aufgrund der untragbaren Leistungsfähigkeitsdefizite im MIV für die Stadt Braunschweig nicht in Betracht käme. Diese Argumentationskette wurde im Grundsatz akzeptiert, so dass der bestandsnahe Umbau des Kennedy-Platzes einvernehmlich nicht weiterverfolgt werden muss.

3.2 Vorzugsvariante
In einem zweiten Schritt wurde dann der John-F.-Kennedy-Platz, die Auguststraße und die Stobenstraße vertieft untersucht und dem Auftrag des Rates entsprechend ausgeplant. Diese Planung ist als Anlage wiedergegeben und nachfolgend kurz beschrieben.

Der Rat hat am 4. Juli 2000 beschlossen, der weiteren Planung des John-F.-Kennedy-Platzes eine sehr direkte Führung der Stadtbahn-/RegioStadtBahn-Gleise in Form eines Gleiskreuzes zugrunde zu legen. Wesentlicher Gesichtspunkt hierbei war die Überlegung, die Gleisführung in der Relation Lessing-Platz/John-F.-Kennedy-Platz aus der Straße Augusttorwall in die Straße Lessingplatz zu verlegen. Auf diese Weise sollte der Stadtbahn-/RegioStadtBahn-Verkehr sehr viel leistungsfähiger abgewickelt werden, als dies mit der sehr umwegigen und unter dem Aspekt der Signalisierung problematischen Führung im Augusttorwall und im John-F.-Kennedy-Platz heute der Fall ist. Die Anzahl der Fahrspuren orientiert sich im Wesentlichen am heutigen Bestand, es wurde jedoch versucht, die MIV-Fahrströme sehr kompakt abzuwickeln, wodurch sich für den MIV im Vergleich zu heute eine erheblich größere Leistungsfähigkeit (durch Reduzierung der Verlustzeiten) erzielen ließ.

Bei der gewählten Grundform des neuen John-F.-Kennedy-Platzes haben auch städtebauliche und stadtgestalterische Überlegungen eine wesentliche Rolle gespielt. Im Jahr 2000 wurden zusammen mit dem Architekten Braunfels eine Reihe von Möglichkeiten diskutiert, wie zum einen im Bereich Windmühlenberg ein hochwertiges größeres Baugrundstück für eine öffentliche Einrichtung geschaffen werden kann und zum anderen der erhebliche Flächenverbrauch des heutigen John-F.-Kennedy-Platzes auf ein städtebaulich verträglicheres Maß reduziert werden kann. Wesentliches Ergebnis der planerischen Überlegungen waren zwei Gesichtspunkte:

  1. Der John-F.-Kennedy-Platz soll so wenig Verkehrsflächen aufweisen, wie unter dem Aspekt der verkehrlichen Leistungsfähigkeit vertretbar ist.
  2. Im Interesse eines zusammenhängenden größeren Baufeldes im Bereich Windmühlenberg ist auf die ursprünglich angedachte Verkehrsführung im Zuge der Verlängerung des Löwenwalls verzichtet worden, da dies zwangsläufig zu einer erheblichen Aufweitung der Verkehrsflächen geführt hätte und darüber hinaus das großzügige Baufeld in sehr problematischer Weise zerschnitten hätte. Der frühere Verlauf des Löwenwalls soll stattdessen durch eine doppelte Baumallee aufgegriffen werden. Optional ist dazwischen die Anlage eines Parkwegs vorstellbar. Eine wie auch immer geartete Entscheidung zur Nutzung dieses jetzt durch die Planung entstandenen potentiellen Baufeldes steht derzeit nicht an.

Zu den einzelnen Bestandteilen der Planung des John-F.-Kennedy Platzes:
Die RegioStadtBahn auf dem 3-Schienen-Gleis wird in der Relation Kurt-Schumacher-Straße/Auguststraße geführt und erhält eine 75 m lange Haltestelle im Bereich Auguststraße. Im Bereich der Haltestellen werden Bäume gepflanzt. Der besondere Bahnkörper der RSB wird als Rasengleis ausgeführt. Die RegioStadtBahn soll in der Kurt-Schumacher-Straße nicht halten Die Stadtbahnhaltestellen Kurt-Schumacher-Straße und Auguststraße sollen wie heute bedient werden. Die Busverknüpfung erfolgt über Fahrbahnrandhaltestellen (mit eigener Busspur) im Bereich Kurt-Schumacher-Straße. Der Radverkehr wird bestandsnah unmittelbar neben der Fahrbahn geführt, in Teilbereichen als Zweirichtungsradweg.

Vor der östlichen Bebauung im nördlichen Teil des John-F.-Kennedy-Platzes soll ein Parkplatz angeordnet werden, der durch Baumpflanzungen großzügig und ansprechend gestaltet werden soll. Es ist eine Durchfahrung des Parkplatzes auch deshalb geplant, um eine Zufahrtsmöglichkeit zum Hotel für Reisebusse zu ermöglichen. Im Bereich des Augusttorwalls wird die zurückgebaute Gleisanlage der Stadtbahn umgenutzt zum einen in einen Parkstreifen und zum anderen in eine Linksabbiegerspur Richtung Norden. Auf der Augusttorbrücke werden die Gleisachsabstände vergrößert und die Brücke wird für die höheren Achslasten der modernen Stadtbahnfahrzeuge ertüchtigt.

Die Gesamtleistungsfähigkeit des John-F.-Kennedy-Platzes sowohl hinsichtlich des Stadtbahn- und RegioStadtBahn-Verkehrs als auch des Bus- und MIV-Verkehrs wurde mithilfe einer Mikrosimulation des gesamten Verkehrsgeschehens durch die WVI für den Prognosehorizont 2015 nachgewiesen.

Lageplan, Entwurf

Planungsabschnitt Auguststraße/Stobenstraße:
Ein wesentliches planerisches Ziel in diesem Abschnitt war neben der Realisierung der RegioStadtBahn die Schaffung einer Querungsmöglichkeit für Fußgänger im Bereich Ägidienmarkt. Dieser planerische Wunsch existiert seit Jahrzehnten, konnte bislang jedoch aufgrund der außerordentlich hohen Kosten (kompletter Umbau der Gleisanlage oder Neubau einer städtebaulich nicht verträglichen Fußgängerbrücke) nicht realisiert werden. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Gleisanlage für die RegioStadtBahn besteht jetzt erstmalig die Chance, hier eine Querungsmöglichkeit einzurichten. Durch entsprechende Planung der Gleistrassierung unter Reduzierung der heute hier vorhandenen Gleisüberhöhungen ist es gelungen eine Querungsmöglichkeit vorzusehen. Die im Plan dargestellte Querungsmöglichkeit und die daraus resultierenden Kurvenradien und Bordführungen werden sich im Zusammenhang mit einer weiteren gestalterischen Optimierung im Zuge der weiteren Ausplanung gegebenenfalls noch geringfügig verschieben. Der besondere Gleiskörper ist auch in diesem Planungsabschnitt mit Ausnahme der Überwegbereiche als Rasengleis ausgeführt. Ein weiterer Planungsansatz in der Stobenstraße war aus Kostengründen ein bestandsnaher Umbau, allerdings in der Absicht, durch Baumpflanzungen in den markierten Parkstreifen städtebauliche Verbesserungen zu erreichen. Die bautechnische Überprüfung dieser Baumstandorte unter Berücksichtigung der Leitungslagen und der Absichten der Leitungsträger, diese zu verändern erfolgt derzeit.

Planungsabschnitt Waisenhausdamm / Haltestelle Bohlweg/Damm
Die RegioStadtBahn wird während der Spitzenzeiten bei einzelnen Fahrten in Doppeltraktion (2 aneinander gekuppelte Fahrzeuge mit einer Gesamtlänge von 75m) verkehren. Dies erfordert eine Haltestellenlänge von 75m. Die Linksabbiegemöglichkeit für Linienbusse in den Waisenhausdamm wird nicht mehr benötigt. An der sehr gut angenommenen, sehr zentrumsnah gelegenen Stadtbahnhaltestelle Bohlweg/Damm sollten daher trotz schwieriger geometrischer Lage (die Haltestelle liegt zwischen den Weichen Waisenhausdamm und Georg-Eckert-Straße) entsprechend lange Bahnsteige realisiert werden. Dass dies nicht an allen Türen (die Lage der Türen ist gekennzeichnet) niederflurgerecht gelingen kann, ist der Gleisführung in den Waisenhausdamm und der Führung eines Überweges mit Bordabsenkung geschuldet. Die vorgeschlagene Lösung ist die beste, die unter den gegebenen Rahmenbedingungen machbar ist.

[...]

Lageplan, Entwurf
Entwurfsplanung (601 KB)

 

Quelle: Stadt Braunschweig, Ratsinformationssystem


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Letzte Änderung: 04.01.2007